Die Bio-Stiftung Schweiz hat ein neues Erscheinungsbild – und viele neue Themen!

Themen in dieser Ausgabe sind unter anderem:

  • Die Bio-Stiftung kompostiert ihr Logo und Erscheinungsbild
  • Landbaukunst trifft auf Strohkunst
  • Ein Interview: Agroforst, Keyline Design, Regenerative Landwirtschaft und Waldgärten
  • Ein Portrait: Weingut Lenz

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Vorwort

Das Weltgeschehen hält uns in Atem. Es sind turbulente, dynamische Zeiten. Krieg und Zerstörung zwischen Staaten, aber auch in unserem Verhältnis zur Natur und zu uns selber stellen uns vor wesentliche Fragen. Alle haben jetzt wieder Fragen. Gleichzeitig können wir nicht (nur) bei den Fragen stehenbleiben, sondern müssen auch Antworten finden und umsetzen. Eine der wichtigsten Fragen ist, wie wir lernen können, in Frieden und gegenseitigem Respekt als Menschen und als Staaten gemeinsam mit der Natur, unserer Lebensgrundlage, auf diesem Planeten leben zu können.
«Wir haben der Erde die Haut abgezogen», sagt der Keyline Designer und Agroforstberater Philipp Gerhardt auf die Frage, wie er die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten Jahrhunderten beschreiben würde. Friedlich, verständnisvoll und achtsam waren wir ihr gegenüber nicht, obwohl sie uns trägt,
ernährt und uns das Leben ermöglicht. In dem vorliegenden Magazin reden wir mit Philipp darüber, wie aus seiner Sicht eine zukunftsfähige Landwirtschaft aussehen würde, die gleichzeitig stabile und hohe Erträge liefert, die Biodiversität fördert, die Wasserversorgung sichert und die Atmosphäre signifikant abkühlen könnte.
Wie jedes Mal stellen wir auch in diesem Magazin wiederum einen unserer Partnerbetriebe vor. Die Hoffnung dabei ist immer, dass möglichst viele Bäuerinnen und Bauern, diesmal ein Weinbauer, Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und anderen Teilen unserer Gesellschaft in diesen Beiträgen reichlich Inspiration finden. Diesmal berichten wir über das Weingut Lenz. Dieser Betrieb produziert nicht nur hervorragenden Wein. Und er verzichtet als Biobetrieb natürlich auf synthetische Pestizide, aber eben bald auch vollständig auf Kupfer und andere Hilfsstoffe, die im Bioweinbau zugelassen sind, der Natur aber trotzdem eher schaden als nützen. Wir hoffen, dass in Zukunft immer mehr Winzer die Richtung einschlagen werden, die Roland und Karin Lenz als Pionierbetrieb für sich entdeckt haben und seitdem konsequent verfolgen.

Wir sollten wieder mehr träumen und uns unsere Träume einer Zukunft, die wir wollen, erzählen. «I have a dream» vermochte auch schon in der Vergangenheit grosse Veränderungskräfte zu mobilisieren. Um diese Qualität anzuregen, haben wir die Rubrik «Mein persönlicher Zukunftstraum» ins Leben gerufen. Die Mitglieder des Beirats der Bio-Stiftung sind die Ersten, die ihre persönlichen Zukunftsträume mit uns teilen, was auch gleich die Möglichkeit schafft, sie ein wenig kennenzulernen. Dieses Mal gibt uns Claire Droz Einblick in ihren Zukunftstraum.

Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass wir die drängendsten Probleme unserer Zeit nur lösen werden, wenn wir innovative, langfristig stabile, sich auf gegenseitigem Vertrauen gründende, freie Formen der Zusammenarbeit entwickeln und leben. Für uns als gemeinnützige Bio-Stiftung sind neben anderen Stiftungen, Privatpersonen und verschiedenen Organisationen und Verbänden auch Unternehmen wichtige Partner. Mit ihnen zusammen wollen wir in Zukunft verstärkt gemeinsame Ziele verfolgen und dadurch unsere Wirksamkeit zugunsten des Planeten potenzieren.
Einige Partnerschaften haben sich schon entwickelt und nehmen vielversprechende Formen an, zum Beispiel mit der Weleda AG, die letztes Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert hat. Auch darüber berichten wir in diesem Magazin.

Bäuerinnen und Bauern sorgen dafür, dass die Böden fruchtbar bleiben oder es wieder werden können. Wir sind oftmals erstaunt darüber, wie viel Wissen und Können auf unseren Partnerbetrieben bereits vorhanden ist, welche weiterführenden Fragen gestellt und welche Experimente gemacht werden, um den Erfahrungsschatz zu erweitern. Aber wie kann man so über Bodenfruchtbarkeit und Boden reden, dass deren Bedeutung verstanden und auch erlebt werden kann? Dazu haben wir nun eine Basisausbildung zum Bodenbotschafter entwickelt. Diese ist ein Angebot an Bäuerinnen und Bauern, Winzerinnen und Winzer, Gärtnerinnen und Gärtner, die ihre kommunikativen Fähigkeiten im Hinblick auf das Thema verbessern und ihre Wirksamkeit potenzieren wollen. Der erste Durchgang steht exklusiv den Partnerbetrieben des Bodenfruchtbarkeitsfonds zur Verfügung, ab 2023 dann aber allen Interessierten. Auch über diese Ausbildung finden Sie einen kurzen Bericht in der vorliegenden Ausgabe.

Was haben die Partnerhöfe des BFF dank der zusätzlichen Unterstützung im Hinblick auf ihre Bodenentwicklung bisher erreichen können? Unser Bodenexperte Dr. Ulrich Hampl hat die Höfe in den letzten Jahren begleitet und stellt die bisherigen Ergebnisse vor.

Manuela Just, eine der Co-Leiterinnen der biodynamischen Schule Schweiz, teilt ihre Hoffnung auf eine weiblichere Landwirtschaft mit uns.

Die Bio-Stiftung Schweiz hat ein neues Logo bekommen, das Design unseres Magazins hat sich verwandelt und bald geht auch unsere neue Website online. Es war ein längerer kreativer Prozess, zuerst vor allem zwischen dem Künstler Charles Blockey und mir. In der Umsetzung waren dann mehrere Menschen mit einbezogen. Verena Maasdorp ist eine davon und berichtet von einigen Erfahrungen auf dem Weg.

Wisst Ihr was Himmelis sind? Ich habe sie vor einiger Zeit in einer Ausstellung entdeckt. Es sind faszinierende Objekte, die aus dem Norden kommen und bei uns noch ziemlich unbekannt sind. Jetzt hängen einige von ihnen bei uns im Büro. Mit der Himmelistin Eija Koski und ihrem Mann Kari Koski, einem Biobauern aus Finnland, habe ich für diese Ausgabe darüber gesprochen, wie sie entstehen und was sie bedeuten.

Viele weitere inspirierende und anregende Gedanken und Impulse finden Sie in unserem Magazin, es lohnt sich aus meiner Sicht sehr, es zu lesen.

Das ganze Team und auch ich persönlich wünschen Ihnen und Euch viel Freude beim Lesen unseres neuen Magazins und einen fruchtbaren Sommer.
Ganz herzlich danken möchte ich auch an dieser Stelle wieder einmal all denjenigen, die durch ihre Spenden unsere Arbeit erst möglich machen.

Mit herzlichem Gruss
Mathias Forster

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